Im Interview: Trends und Anwendungen von Längenmesstechnik

Mit B.Eng. Michael Bauer, Vertrieb International, Geschäftsbereich Optische Messsysteme

Sie arbeiten im Vertrieb bei Polytec. Was sind genau Ihre Aufgaben?

Mein Verantwortungsbereich bei Polytec umfasst die Beratung und Betreuung von Interessenten, die mittels Polytec Laser Surface Velocimeter (LSV) die Prozesse in ihren Anlagen sehr genau steuern möchten. Die präzise Kenntnis der Prozessgeschwindigkeit und der Produktlänge gewinnt immer mehr an Bedeutung über alle Branchen hinweg. Somit sind die Anwendungsgebiete ebenso vielfältig wie spannend, was meine tägliche Arbeit so interessant macht.


In dieser Position haben Sie direkten Kundenkontakt und sind damit sehr nah an den aktuellen Bedürfnissen Ihrer Kunden dran. Was würden Sie sagen, was sind die derzeitigen Trends im Bereich der industriellen Längen- und Geschwindigkeitsmessung?

Zunächst lerne ich den konkreten Kundenprozess lediglich aus den Schilderungen des Interessenten kennen. Spannend wird es insbesondere beim ersten Vor-Ort-Termin, an dem ich zum ersten Mal gemeinsam mit dem Interessenten an der Anlage stehe und die Anwendung live und im Produktionsbetrieb sehe. Jeder Extruder, jede Stanze, jede Kabellinie, jede Folienwickelanlage oder Textillinie mag formell nach demselben Grundprinzip arbeiten, dennoch unterscheiden sie sich in Materialführung, Umgebungsbedingungen, Dimensionen und Produktportfolio, zumindest in Nuancen.Allen Kunden gemeinsam ist das Bestreben nach einer stetigen Verbesserung bzw. Weiterentwicklung der bestehenden Produktionsprozesse. Die exakte und kontinuierliche Kenntnis der Länge und Geschwindigkeit ist ein Schlüsselfaktor für die Kosten- und Prozessoptimierung sowie die Prozesssicherheit. 

Sie stellen auf der Messe „ICE Europe“ das LSV-2000 MID vor. Auf welche technischen Highlights dürfen sich Ihre Kunden freuen?

Wie jedes unserer LSV-Systeme bietet auch das LSV-2000 MID System die Vorteile einer laseroptischen Messung direkt auf der Materialoberfläche. Schlupf, Verschleiß und eine Einwirkung auf die Produktoberfläche gehören somit der Vergangenheit an. Insbesondere die Wartungsfreiheit und das damit verbundene Eliminieren von mechanischem Verschleiß schätzt unsere Kundschaft gegenüber herkömmlichen taktilen Messverfahren.

Das LSV-2000 MID trägt darüber hinaus der Forderung nach rechtlich relevanten Längenmesswerten Rechnung. Die Grundlage hierfür stellt die Richtlinie 2014/32/EU MID (Measuring Instrument Directive) dar, die in der EU Anwendung findet, wenn Produkte nach Länge verkauft und abgerechnet werden. Hierfür erfolgt die manipulationssichere sowie rechtlich erforderliche Speicherung der Messwerte im System. Das integrierte Touchpanel garantiert eine einfache, intuitive Bedienung und somit einen reibungslosen Ablauf für den Anlagenbediener.


Gerne besprechen meine Kolleginnen, Kollegen und ich Ihre spannende Messaufgabe an unserem Stand 554 in Halle A6 auf der ICE Europe in München gemeinsam mit Ihnen. Schauen Sie bei uns vorbei und profitieren Sie von der hochgenauen Messung mittels Polytec LSV.

Jede industrielle Fertigung hat ihre ganz spezifischen Anforderungen an die optische Messtechnik. Sie müssen diesen Kundenanforderungen immer wieder mit flexiblen und angepassten Messlösungen begegnen. Unter den vielen Applikationen Ihrer Kunden, welche war bislang für Sie die spannendste Anwendung der Polytec Messtechnik?

Prinzipiell ist jede Kundenanwendung spannend, da jede Anwendung mit individuellen Anforderungen an das Polytec LSV verbunden ist. Mich reizt die Vielfältigkeit und am Anfang auch die Ungewissheit, was mich hinter den Fertigungstoren des Interessenten erwartet. So stehen meine Kollegen und ich an einem Tag in einem Reinraum, in dem für die Käseproduktion einzelne Scheiben abgepackt werden, und am nächsten Tag dürfen wir an rot glühenden mehr als 1000°C heißen Produkten die Messung mittels LSV im rauen Stahlwerkumfeld vorstellen.

Doch an dieser Stelle möchte ich eine nicht ganz alltägliche Anwendung fernab von Produktionsprozessen erwähnen: In den USA haben wir mit einem Special-Effect-Spezialisten zusammengearbeitet, der ein spektakuläres Virtual-Reality-Erlebnis in einem Schulbus anbietet – eine Rundfahrt auf der Marsoberfläche. Dafür ist das LSV an den fahrenden Bus montiert und gibt präzise Weginformationen in Echtzeit weiter, um sie mit der Darstellung auf den Innenscheiben des Busses zu synchronisieren. So wird die Darstellung im Innenraum des Busses an dessen Fahrgeschwindigkeit angepasst, und es entsteht für die Schüler der realistische Eindruck, sie bewegten sich auf dem Roten Planeten.