Telezentrische Objektive nutzen das in der Messtechnik (Profilprojektor) bewährte Prinzip der telezentrischen Abbildung und wurden speziell für den Einsatz in der Qualitätskontrolle und in der Bildverarbeitung entwickelt. Im Unterschied zum perspektivischen Strahlengang bei Standard CCTV-Objektiven passieren bei telezentrischen Objektiven alle Lichtstrahlen das Objektfeld parallel zur optischen Achse. Einen solchen Strahlengang nennt man „telezentrisch“. Bedingt durch diesen Strahlengang muss die Frontlinse telezentrischer Objektive mindestens die Größe des Objektes haben. Telezentrische Objektive sind meist für eine feste Vergrößerung ausgelegt und für die gängigen Sensorabmessungen marktüblicher Zeilen- oder Matrixkameras verfügbar.
Neben der geometriegetreuen Abbildung und der ausgezeichneten Bildgüte haben die telezentrischen Messobjektive weitere entscheidende Vorteile:
- Kompakter Aufbau
- Komfortabler Arbeitsabstand
- Hohe Reproduzierbarkeit der Messergebnisse auch unter rauen Industriebedingungen
Einsatzgebiete telezentrischer Objektive:
- Höhenunabhängige Konturvermessung
- Vermessung von Merkmalen, die auf unterschiedlichen Ebenen liegen
- Optische Koordinaten-Messmaschinen
- Sonstige hochpräzise Messaufgaben
- Einhaltung eines exakten Abbildungsmaßstabes bei variablem Arbeitsabstand
Technische Merkmale telezentrischer Objektive:
- Typischer Telezentriebereich: ± 1/ Vergrößerung in mm
- C-Mount-Anschluss (Matrix-Kameras) oder M42-Gewinde (Zeilenkameras)
- Für 1/3", 1/2", 1/1.8" und 2/3" Kameras
- Variable Blende
Auswahlkriterien sind:
- Größe des Kamera-Sensors (1/3", 1/2", 1/1.8" und 2/3")
- Zugehöriges Bildfeld (Objektgröße, typisch)
- Gewünschter Arbeitsabstand
- Gewünschte maximale Verzeichnung (Standard-Objektive >1%, Präzisionsobjektive < 0,5%)